Novembergrau(en)
Der triste, gerade in unserer Region besonders zähe Novembernebel schlägt nicht wenigen Menschen aufs Gemüt. Da kalte Luft schwerer ist als warme, bilden sich im November bei Hochdruckwetterlagen in den Tälern und Becken zwischen Alb und Alpen so genannte "Kaltluftseen", während es auf den Berghöhen zur selben Zeit, entgegen der sonst üblichen Temperaturabnahme mit der Höhe, oft spürbar wärmer ist. Meteorologen bezeichnen diese Temperaturumkehr als "Inversion". In einem windschwachen Hochdruckgebiet kann diese tagelang anhalten. Die warme Luft liegt dann wie ein Deckel über der kalten Luftmasse, in der die Schadstoffe aus Industrie, Verkehr und Haushalt nicht mehr in die freie Atmosphäre entweichen können, wodurch sich hier die Luftqualität deutlich verschlechtert. Da kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme, bilden sich in der bodennahen Kaltluftschicht teils dichte und beständige Nebelfelder. Während auf den Berghöhen von Alb und Allgäu mildes Strahlewetter mit einer ausgezeichneten Fernsicht herrscht, versinken die Niederungen vielfach im feucht-kalten Dauergrau. Dabei entsteht häufig eine Verbindung vom großen Nebelreservoir des Bodensees über das Schussenbecken und das Risstal zum Nebel im Donautal. Die Temperaturspanne im November reicht von arktischen minus 15,6 C, gemessen am 22.11.88, bis hin zu lauwarmen 20,1 C am 08.11.82. Hin und wieder treibt auch der Föhn bunte Blüten. So wurden am 7. November 1997 bei einem heftigen Föhnsturm um Mitternacht beinahe 20 Grad plus verzeichnet!