Lexikon-Einträge - Buchstabe F
Föhn - ein unberechenbarer trockener, warmer Fallwind
Der Föhn, welcher nicht nur bei wetterfühligen Menschen Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, eine mangelnde Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, Kreislaufstörungen, innere Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Abgeschlagenheit und Gemütsschwankungen hervorrufen kann und den Meteorologen wegen seiner Unberechenbarkeit immer wieder Kopfzerbrechen bereitet, ist ein warmer, trockener Fallwind, der sich auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten im Lee, also an der windabgewandten Seite der Gebirgszüge einstellt. Zwar kennt man den Föhn vor allem im Alpenvorland, doch auch im Bereich der deutschen Mittelgebirge und in Norddeutschland, im Lee des Skandinavischen Gebirges, lassen sich Föhneffekte und Föhnerscheinungen beobachten. Auch wenn der Föhn häufig strahlenden Sonnenschein, eine aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit ausgezeichnete Fernsicht und zumindest vorübergehend deutlich steigende Temperaturen mit sich bringt, ist er, hervorgerufen von einem Tief, in den meisten Fällen ein Schlechtwetteranzeiger. Bei Föhndurchbruch kann in den klassischen Föhntälern, wie im Churer Rheintal, die Temperatur innerhalb weniger Stunden um mehr als 20 Grad ansteigen, vielfach begleitet von einem starken bis stürmischen Südwind, der in Spitzenböen ohne weiteres auch über 100 km/h erreichen kann. Allerdings herrscht bei Föhnlagen des öfteren eine ausgeprägte Inversion (Temperaturumkehr), da es die laue Föhnluft nicht immer schafft, die physikalisch gesehen schwerere, bodennahe, feucht-kalte Nebelluft auszuräumen. Dabei kann es vorkommen, dass es auf der knapp 3000 Meter hohen Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, wärmer ist als in den neblig-trüben Niederungen des Alpenvorlandes.
Funnel (cloud) - Tornados - Wasserhosen
Eine Windhose ist nichts andere als ein Tornado, eine Trichterwolke oder eine Trombe, physikalisch gesehen ein und dasselbe, eben nur mit unterschiedlichen Begrifflichkeiten. Man unterscheidet der Stärke nach in die Kategorien F0, also die schwächste Form, bis F5 die schwerste Form eines Tornados.
Erst wenn die (rotierende) Trichterwolke Bodenkontakt hat, spricht man von einem Tornado, ohne Bodenberührung ist es ein Funnel, auch Funnel cloud genannt.
Die Entstehung dieser Wettergebilde ist physikalisch gesehen ein komplexer Prozess. Vereinfacht gesagt trifft kältere Luft in der Höhe auf wasserdampfgesättigte, labile Luft am Boden. Das geschieht vor allem dann, wenn sich an schwül-warmen bis heiÃen Tagen eine Gewitterlinie oder eine Kaltfront nähert. Dabei können sich bevorzugt im Spätsommer oder Frühherbst über dem noch warmen Bodensee auch Wasserhosen bilden.
Dass Tornados in Zeiten des Klimawandels häufiger auftreten, lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Fakt ist, dass solche Wetterereignisse heute einfach auch besser dokumentiert werden, da ja bald jeder ein Smartphone mit sich führt. Das heiÃt die Dunkelziffer ist nicht mehr so groà wie früher.
Es spricht zwar einiges dafür, dass die Tornados in Deutschland an Zahl und Stärke zugenommen haben, doch der schwerste je in Deutschland dokumentierte Tornado ging am 10. Juli 1968 über Pforzheim nieder. Er beschädigte 1.750 Gebäude, zwei Menschen starben und 200 wurden verletzt.
Man sieht also, Tornados hat es in Deutschland schon immer gegeben.
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